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Weidemanagement für eine erfolgreiche Freilandhaltung

Gerade jetzt im Frühjahr ist das Weidemanagement in der Freilandhaltung von Hühnern eine Herausforderung.

Gerade jetzt im Frühjahr ist das Weidemanagement in der Freilandhaltung von Hühnern eine Herausforderung. Zum Beginn der Vegetationsperiode sind die Weiden besonders nass. Die RAUS-Vorschriften sind schwierig einzuhalten, ohne Schäden der Hühnerweide in Kauf zu nehmen.

 

Weidemanagement

Die grösste Schwierigkeit eines Hühnerauslaufes stellt der Erhalt einer intakten Grasnarbe dar. Hennen scharren den Boden auf, um an ihre Nahrung (Insekten, Würmer, Samen) zu kommen. Dadurch wird die Grasnarbe geschwächt oder in intensiv genutzten Flächen ganz zerstört. Dies gilt es mit gezieltem Weidemanagement zu vermeiden.

 

Widerstandsfähige Grasnarbe

Damit die Grasnarbe möglichst widerstandsfähig bleibt, sollte das Gras im Hühnerauslauf stets kurz gehalten werden. Durch regelmässiges Mähen oder Mulchen wird die Bestockung der Gräser gefördert. Dauerhaft schattige, steile und feuchte Flächen sollten, wenn möglich, auf Hühnerweiden vermieden werden. An solchen Stellen ist die Grasnarbe besonders anfällig.

 

Übergang mit Netzen verlegen

Eine weitere Schwachstelle stellt der stark genutzte Bereiche um den Stall herum dar. Hier ist es sinnvoll die Grasnarbe mit einwachsenden Ecorastern und Netzen zu schützen, damit die Hennen nicht scharren können. So entstehen keine Pfützen und feuchte Stellen, welche ein hygienisches Problem darstellen.

 

Schlechtwetterauslauf

Bei durchnässter Weide und während der Vegetationsruhe hat man die Möglichkeit den Hennen Auslauf in einem ungedeckten, eingestreuten Laufhof zu gewähren.

 

Viele verschiedene Stukturen, über die Weide verteilt

andbäder - am besten gedeckte - anzubieten wirkt ebenfalls schonend für die Grasnarbe, weil sich Hühner ansonsten selbst Mulden zum Sandbaden freischarren müssen. Weitere Strukturen (Schattennetze, Bäume, Sträucher) werden vorzugsweise strahlenförmig vom Stall weg angeordnet, um die Tiere möglichst rasch in die äusseren, weniger genutzten Bereiche zu locken. Das Ziel ist es, dass alle Gebiete des Auslaufs gleichmässig genutzt und nicht einzelne Stellen überstrapaziert werden. Kahle Stellen sollten mit flexiblen Zäunen abgegrenzt werden. Die zerstörte Grasnarbe kann mit einer geeigneten Grasmischung neu angesät werden. Wichtig ist, dass die Fläche erst nach zwei bis drei Schnitten wieder freigegeben wird. Ansonsten ist die Grasnarbe noch nicht genug strapazierfähig

 

Wechselweide

Eine Unterteilung der gesamten Weide in kleinere Koppeln ist ideal, um der Grasnarbe Regenerationszeit zu gewähren. Bei Wechselweiden ist zu beachten, dass verschiedene Label unterschiedliche Anteile zugänglicher Flächen vorschreiben. Beispielsweise müssen bei Coop Naturafarm mindestens 50 % der Weidefläche jederzeit zugänglich sein.

 

Manuel Estermann, Beratung und Verkauf Geflügel