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Tipps gegen Hitzestress im Milchviehstall

Der Sommers rückt näher und Bei Temperaturen über 25 °C leiden Kühe unter Hitzestress.

Vor allem wenn auch nachts die Temperaturen hoch bleiben. Je höher die Luftfeuchtigkeit, desto ausgeprägter der Hitzestress.

 

Hitzestress bewirkt nicht nur einen Rückgang in der Milchproduktion, sondern hat einen sehr negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit, da die sich bildenden Eizellen in den Eierstöcken sich schlechter entwickeln. Eine weitere Auswirkung besteht im vermehrten Auftreten von Klauenproblemen. Stoffwechselveränderungen, die aufgrund der Hitze im Körper der Kuh stattfinden, schwächen und schädigen die Lamellen in den Kwlauen, subakute Klauenrehe ist die Folge und das Klauenbein sinkt ab. Zusätzlich stehen die Kühe bei Hitze viel mehr, was eine erhöhte Belastung für die Klauen bedeutet. Ende Sommer und Anfangs Herbst zeigen sich diese Schädigungen dann als Klauengeschwüre und Rillen in der Klauenwand (subakute Klauenrehe). Auch ein Anstieg der Zellzahlen und Euterinfektionen ist zu erwarten. Mehr und andere Bakterien sind in der Umwelt bei hohen  Temperaturen aktiv – das Immunsystem der Kühe läuft auf Hochtouren. Die Gefahr von Infektionen aller Art ist erhöht.

 

Anzeichen von Hitzestress

  • Rückgang der Futteraufnahme
  • Sinkende Milchleistung
  • Erhöhte Atemfrequenz
  • Die Kühe legen sich nicht mehr hin
  • Die Kühe stehen in Gruppen am kühlsten Ort im Stall
  • Tränende Augen, wenn die Luft mit Ammoniak belastet ist

 

Was kann man tun um den Hitzestress zu mildern?

  • Leistungsfähige Ventilatoren 24 Stunden am Tag laufen lassen. Die Bewegung der Luft muss im ganzen Stall spürbar sein. Auch im Bereich der Liegeboxen. Die verbrauchte Luft muss aus dem Stall transportiert werden um die Ammoniakbelastung zu senken.
  • Vernebelung am Futtertisch kann helfen den Futterverzehr hochzuhalten. Achtung: Die Kühe sollten nicht nass werden und der Nebel sollte nicht in die Liegeboxen abdriften.
  • Weidebetrieb nur noch in den frühen Morgenstunden. Wasser auf der Weide anbieten (auch Roboterbetriebe).
  • Tränken im Stall täglich gründlich sauber machen, um die Wasseraufnahme zu steigern.
  • Liegeboxenpflege verstärken, Kalk einsetzen oder bei Herden mit bereits erhöhten Zellzahlen ein Produkt einsetzen, das bakterientötend wirkt.
  • Laufgänge sauber und trocken halten, Schieber mindestens alle zwei Stunden laufen lassen für bessere Luft im Stall und als Vorbeugemassnahme gegen Mortellaro. Kühe mit Mortellaro sofort behandeln, um die Verbreitung einzudämmen.
  • Futter am Futtertisch zweimal vorlegen.
  • Silagen auf Nachgärungen und Erwärmungen prüfen. Bei Bedarf Stabilisatoren einsetzen.
  • Um den Futterverzehr hoch zu halten – jetzt dasqualitativ beste Grundfutter einsetzen.
  • Bei Rationen mit wenig Rohfaser und Strukturmangel Puffersubstanz einsetzen, entweder 100 g Natriumbikarbonat oder besser 120 g Kalziumkarbonat und 50 g Magnesiumoxyd. Achtung: Reste nicht an die Galtkühe verfüttern.
  • Bei Rationen mit genügend Rohfaser und Struktur ein Zusatzprodukt mit Lebendhefe einsetzen zur Verbesserung der Rohfaserverdaulichkeit und Stabilisierung der Pansenflora.
  • Die Viehsalz und Mineralstoffmenge erhöhen (+ ca. 20 %). Es wird mehr Wasser aufgenommen und ausgeschieden, der Grundumsatz an Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen steigt.
  • Fliegenbekämpfung nicht vergessen. Auf Roboterbetrieben einen Ventilator beim Roboter einsetzen, das hält die Fliegen fern und verhindert einen Rückgang der Roboterbesuche.

 

Viel Erfolg und einen schönen Sommer!