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Grossraumlüfter
Grossraumlüfter
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Hitzebelastung bei Schweinen und deren Folgen

Schweine können ihre Körpertemperatur an heissen Tagen nicht regulieren.

In der freien Natur schützen sich Schweine durch Suhlen in Wasser und Schlamm vor der Hitze. Auf der mit Schlamm überzogenen Haut verdunstet anschliessend das Wasser und entzieht dadurch dem Körper Wärme.

 

Unsere Hausschweine haben diese Möglichkeit in der Regel nicht. Kann ein Schwein seine Körperwärme nicht mehr ausreichend an die Umgebung abgeben, spricht man von Hitzestress. Aufgrund verschiedener Verhaltensweisen und Körperreaktionen kann man gut erkennen, wann es den Sauen zu heiss ist. Erhöhte Atemfrequenz, das Liegen an feuchten kühlen Stellen (oftmals auf der Kotfläche, was zur Verschmutzung der Tiere führt), Ruhen ohne Körperkontakt zu Artgenossen – dies sind Indikatoren für ein nicht tiergerechtes Stallklima.

Um in dieser Zeit nicht noch viel Verdauungswärme zu erzeugen, fressen die Tiere als Eigenschutz weniger. Es resultieren Leistungseinbussen bei den Mastschweinen durch geringere Tageszunahmen und schlechtere Futterverwertung. Besonders gravierend ist dieses Nährstoffdefizit bei den Muttersauen. Tiefere Absetzgewichte der Saugferkel durch reduzierte Milchleistung sowie starke Abmagerung der Muttertiere sind die Folgen. Letzteres Phänomen ist, neben der von den Wildschweinen geerbten reduzierten Fruchtbarkeit in den Sommermonaten, der wichtigste Grund für das gefürchtete Sommerloch. Mitschuldig an den höheren Umrauscherquoten kann auch der Eber sein, denn die Spermaqualität ist in heissen Perioden massiv beeinträchtigt.

 

Es bieten uns folgende Möglichkeiten dem obigen Problem entgegenzuwirken:

  • Ausläufe beschatten mittels Sonnenschutznetz oder durch Bepflanzung
  • Berieselungssystem auf dem Dach, in Ausläufen und im Aktivitätsbereich
  • Wasserbad bei Gruppenhaltung im Auslauf (Hygiene beachten)
  • Installation von Erdwärmetauscher oder Grossraumlüfter
  • Abkühlung der Zuluft bei zentralem Zuluftkanal mittels Wasservorhang (Cool Pad, Rieselbox etc.)

 

Das letzte Vorgehen funktioniert jedoch nur bis zu einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80 %, bringt jedoch im Normalfall um 4 bis 6 Grad tiefere Zulufttemperaturen. Der Vorteil gegenüber Hochdruckverneblungsanlagen liegt darin, dass die Luft nicht übersättigt wird und so kein Tropenklima entstehen kann. Die tiefen Anschaffungs- und Betriebskosten sind dank besseren Leistungen innert Kürze amortisiert.

Erdwärmetauscher sind sehr effizient, sie bringen eine Temperaturreduktion von 6 bis 8 Grad, sind jedoch im Bau relativ teuer.

Grossraumlüfter bringen ein angenehmes Klima in den Stall. Durch die Luftzirkulation kann die Körperwärme der Tiere abgeführt werden.